Was die eIDAS-2.0-Verordnung und die EU Digital Identity Wallet für digitale Zertifikate und Badges bedeuten und wie sich Organisationen jetzt vorbereiten.



Die eIDAS-2.0-Verordnung, offiziell Verordnung (EU) 2024/1183, ist seit dem 20. Mai 2024 in Kraft und verändert, wie Identitäten und Nachweise in Europa digital verwaltet werden. Kernstück ist die EU Digital Identity Wallet, kurz EUDI-Wallet: eine App, mit der Bürger ihre Identität und persönliche Nachweise selbst speichern, kontrollieren und über Grenzen hinweg vorzeigen können.
Die Frist dafür ist gesetzlich verbindlich: Bis zum 24. Dezember 2026 muss jeder der 27 EU-Mitgliedstaaten mindestens eine zertifizierte EUDI-Wallet bereitstellen. Mitgliedstaaten können die Wallet selbst anbieten, eine externe Partei beauftragen oder eine Wallet aus dem privaten Sektor anerkennen.
In der Wallet sollen Bürger perspektivisch unter anderem folgende Nachweise ablegen können:

Wie zentral Bildungs- und Berufsnachweise dabei sind, zeigt Anhang VI der Verordnung: Bildungsabschlüsse und Berufsqualifikationen stehen dort ausdrücklich auf der Mindestliste der Attribute, deren Echtheit sich elektronisch gegen die zuständigen authentischen Quellen prüfen lassen soll.
Für Organisationen, die Zertifikate und Badges ausstellen, gibt es zwar keine eigene gesetzliche Frist. Der Druck kommt aber vom Markt: Sobald Bürger die Wallet auf dem Smartphone haben, geraten Nachweise, die sich dort nicht ablegen und prüfen lassen, schnell ins Hintertreffen.
Der Fahrplan lässt sich in zwei Phasen zusammenfassen:
Der Umsetzungsstand unterscheidet sich zwischen den Mitgliedstaaten deutlich. Während einige Länder die Frist offiziell bestätigen, signalisieren andere Verzögerungen oder einen eingeschränkten Funktionsumfang zum Start. In Deutschland soll die staatliche EUDI-Wallet laut Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung am 2. Januar 2027 starten.
Die verbindlichen technischen Vorgaben stehen in den Durchführungsverordnungen der EU-Kommission. Das Architecture and Reference Framework (ARF) beschreibt die Gesamtarchitektur und liegt seit Juli 2026 in Version 3.0 vor. Im Rahmen der Digitalen Dekade verfolgt die EU zudem das Ziel, dass bis 2030 rund 80 Prozent der Bürger eine digitale Identitätslösung nutzen.
Diese Rechtslage ist im Detail in der Verordnung (EU) 2024/1183 nachzulesen, ebenso wie im offiziellen Architecture and Reference Framework der EU-Kommission.
Für mehr Informationen lesen Sie: EUDI Wallet Memorandum of Understanding
Für Aussteller digitaler Zertifikate und Badges bedeutet die EUDI-Wallet vor allem eines: Nachweise müssen so aufgebaut sein, dass sie in eine Wallet übernommen, dort gespeichert und von Dritten unabhängig geprüft werden können. Ein einfaches PDF oder ein Bild reicht dafür nicht aus.
Technisch setzt die EUDI-Wallet auf zwei Formate: SD-JWT VC und ISO mdoc. Das W3C Verifiable Credentials Data Model 2.0, seit Mai 2025 offizieller W3C-Standard, ist für nicht qualifizierte Nachweise als optionales Format vorgesehen. Gemeinsam ist diesen offenen Standards, worauf es bei digitalen Nachweisen ankommt:
Organisationen, die ihre Zertifikate bereits heute auf offenen Standards aufbauen, sparen sich später eine aufwendige Migration. Für die Ausstellung direkt in die EUDI-Wallet kommen dann das Ausstellungsprotokoll OpenID4VCI und die Wallet-Formate hinzu.

Für mehr Informationen lesen Sie: W3C VC Standard: Die Zukunft verifizierbarer digitaler Nachweise
Bis die Wallet bei den Bürgern ankommt, bleibt nicht mehr viel Zeit. Wer heute Zertifikate, Badges oder Qualifikationsnachweise ausstellt, sollte die Umstellung in konkrete Schritte gliedern:

Virtualbadge.io setzt genau hier an: Zertifikate und Badges werden von Beginn an mit ECDSA kryptografisch signiert, basieren auf dem W3C-VC-2.0-Standard und kommen ohne Blockchain aus. Darüber hinaus sind wir bereits in der EUDI-Wallet-Sandbox und bauen die Ausstellung von Nachweisen direkt in die EUDI-Wallet über OpenID4VCI auf. Ergänzend lassen sich Nachweise schon heute als Digital Wallet Card in Apple Wallet und Google Wallet ablegen, inklusive QR-Code zur Validierung.
Zum Jahreswechsel sollen die ersten staatlichen EUDI-Wallets an den Start gehen, und die technische Umstellung braucht Vorlauf. Wer jetzt auf offene Standards, kryptografische Signaturen und wallet-fähige Formate setzt, muss später nicht unter Zeitdruck nachbessern.
Mit Virtualbadge.io lassen sich Zertifikate und Badges schon heute so ausstellen, dass sie diesen Anforderungen entsprechen, von der Signatur bis zur Validierungsseite. In einer kostenlosen Demo zeigen wir, wie das in der Praxis aussieht: Demo vereinbaren
* Sie können die Organisations-ID in der URL finden, wenn Sie als Administrator auf Ihre LinkedIn-Unternehmensseite zugreifen.

Marketing
October 21, 2026
5 min
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